Die Gemeindeversammlung vom 16. Juni 2026 in Flurlingen genehmigte die Jahresrechnungen 2025 von Gemeinde und Primarschule. Die Politische Gemeinde erzielte statt des budgetierten Defizits einen Überschuss von rund 393’000 Franken, hauptsächlich dank ausserordentlich hoher Steuererträge. Das Eigenkapital stieg auf knapp 10,9 Millionen Franken. Die Primarschulgemeinde schloss mit einem Defizit von rund 181’000 Franken ab, das jedoch besser ausfiel als erwartet. Zudem informierte der Gemeinderat über laufende Projekte wie den Wärmeverbund, die Sanierung des Eisernen Stegs und die Umsetzung der Einheitsgemeinde. Die Schülerzahlen der Primarschule werden bis 2028/29 voraussichtlich um rund 17 % sinken.
Die Gemeindeversammlung im Rheintal-Saal wurde um 20 Uhr vom Gemeindepräsidenten Gilbert Bernath eröffnet. Trotz sommerlicher Temperaturen und laufender Fussball-WM fanden sich 40 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ein, womit das absolute Mehr bei 21 Stimmen lag. Es war die letzte Gemeindeversammlung des Gemeinderats in seiner bisherigen Zusammensetzung. Als Stimmenzähler wurden Nick Baur und Alice Preisig bestimmt. Im Zentrum stand die Jahresrechnung 2025 der Politischen Gemeinde. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) bestätigte die finanzrechtliche Zulässigkeit und beantragte die Genehmigung. Finanzvorständin Silvia Vanoni präsentierte ein deutlich besseres Ergebnis als budgetiert.
Die Jahresrechnung 2025 der politischen Gemeinde Flurlingen schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 393’000 Franken ab und fällt damit rund 840’000 Franken besser aus als budgetiert. Hauptgrund sind ausserordentlich hohe Steuererträge, insbesondere aus Grundstückgewinnsteuern. Der Überschuss erhöht das Eigenkapital auf knapp 10,9 Millionen Franken.
Mehrkosten entstanden unter anderem durch die Vorbereitung der Einheitsgemeinde, IT-Investitionen und verschiedene Infrastrukturprojekte. Trotz einer Verschuldung von 4,5 Millionen Franken weist die Gemeinde weiterhin ein positives Nettovermögen von rund 2,5 Millionen Franken aus.
Zu den wichtigen Investitionen zählen die Wasserversorgungsplanung, die Friedhofsanierung Laufen sowie die Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED. Die Rechnung wurde mit drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen genehmigt. Ein besonderer Dank galt Finanzvorständin Silvia Vanoni, die ihr Amt an Beat Diggelmann übergibt.
Beat Diggelmann präsentierte letztmals als Finanzverantwortlicher der Schulgemeinde die Jahresrechnung 2025. Die letzte eigenständige Rechnung vor der Integration in die Einheitsgemeinde schliesst mit einem Aufwandüberschuss von rund 181’000 Franken ab und fällt damit rund 52’000 Franken besser aus als budgetiert. Gründe dafür sind höhere Steuererträge und Einsparungen in verschiedenen Bereichen.
Mehrkosten entstanden vor allem im Bildungsbereich durch zusätzliche Klassenressourcen, Sonderschulkosten sowie IT- und Unterhaltsaufwendungen. Die Investitionen fielen dagegen tiefer aus als geplant. Gemeinderat und Rechnungsprüfungskommission empfahlen die Rechnung einstimmig zur Genehmigung; die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nahmen sie ohne Gegenstimme an.Anfragen nach §17 Gemeindegesetz
Im Rahmen der Anfragen nach §17 Gemeindegesetz stellte René Widmer mehrere Detailfragen zur Jahresrechnung. Hinterfragt wurden stark gestiegene interne Verrechnungen, die Zunahme kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie Darlehen an Zweckverbände. Der Gemeinderat erläuterte, dass die Mehrkosten vor allem durch Vorarbeiten zur Einheitsgemeinde, IT-Umstellungen und Projektaufwendungen entstanden seien. Das Darlehen betrifft den Zweckverband Friedhof Laufen und dient der Finanzierung des Friedhofumbaus.
Anschliessend berichtete der Gemeinderat bei den allgemeinen Informationen über verschiedene laufende Projekte.
Gemeinderat Roger Brütsch informierte über den Stand der Abklärungen zur Sanierung der Rheinbrücke “Eiserner Steg”, welche sich sich ihrem technischen Lebensende nähert. Beim Eisernen Steg wird weiterhin auf einen Bundesentscheid bezüglich Fördergeldern gewartet. Zudem wurden Gespräche über mögliche Beiträge privater Stiftungen erwähnt.
Die Teilrevision der Nutzungsplanung bleibt aufgrund offener Fragen mit dem Kanton blockiert, ein weiterer Termin ist für Oktober vorgesehen.
Ein wichtiges Infrastrukturprojekt bleibt der neue Wärmeverbund. Die erste Bauetappe entlang der Gründenstrasse soll im Herbst beginnen. Parallel dazu beschäftigt die Gemeinde die Alterung zahlreicher Wasserleitungen aus den 1980er-Jahren. Diese damals weit verbreiteten Druckgussleitungen zeigen schweizweit Korrosionsprobleme und führen auch in Flurlingen vermehrt zu Wasserrohrbrüchen.
Weiter informierte der Gemeinderat über das Dorfjubiläum „1150 Jahre Flurlingen“, das vom 14. bis 16. August stattfinden wird. Das genaue Program kann eingesehen werden auf der Webseite flurlingen1150.ch. Eintrittstickets für Freitag und Samstag und der Teilnahmeschein für den Sonntagsbrunch können auf der Eventfrog-Webseite erworben werden. Achtung: Pro Person können auf der Eventfrog-Webseite pro Einkauf nur zwei Tickets erworben werden.
Aus der Primarschule berichtete Schulpräsident Michael Hochstrasser über die erwartete Entwicklung der Schülerzahlen. Die Schülerzahl der Primarschule Flurlingen wird gemäss Prognose von 138 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2025/26 kontinuierlich auf 114 im Schuljahr 2028/29 zurückgehen, was einem Rückgang von rund 17 % innerhalb von drei Jahren entspricht. Auch beim Mittagstisch wird mit leicht sinkenden Belegungszahlen gerechnet. Die Schulpflege arbeitet deshalb an einer Redimensionierung der familien- und schulergänzenden Betreuung.
Gleichzeitig wurden personelle Veränderungen vorgestellt: Beat Diggelmann verlässt aufgrund seiner Wahl in den Gemeinderat die Schulpflege und Bruno Sieber tritt nach 14 Jahren zurück. Martina Ramsauer und Nadja Orlandi bleiben im Amt. Neu in die Schulpflege gewählt wurden Andrea Fischer-Lötscher als Präsidentin und gleichzeitig Gemeinderätin, Thomas Wenzler und Davoud Michael Naghizadeh. Auch der bisherige Schulpräsident Michael Hochstrasser tritt zurück und bedankt sich bei den BürgerInnen, den LehrerInnen, seinen KollegInnen in der Schulpflege und insbesondere bei seiner Ehefrau Britta und den Töchtern des Paares für den Rückhalt über all die Jahre.
Mit den Ausführungen des Vorstandes der Primarschulpflege durfte der Gemeindepräsident Gilbert Bernath die Sitzung schliessen
… und zum Schluss …
Aus Sicht des Vereines danken wir all den abtretenden Behördenmitgliedern für ihre Arbeit und hoffen, dass das Schicksal der (Einheits-)Gemeinde sie weiterhin fesseln möge. Den neu und wieder gewählten AmtsinhaberInnen gratulieren wir und wünschen viel Mut und Kraft für ihr neues Amt.
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